Die Schweiz steht mitten im energetischen Wandel und die Wünsche nach Nachhaltigkeit sind dementsprechend gross
Auch seitens des Marktes und der Kunden, die immer stärker auf Image, Labels und den CO2-Fussabdruck achten. Gewisse Emissionen lassen sich einfach (aber nicht immer leicht) eliminieren, bei anderen sind Fachkräfte gefragt. Die Antalis AG in Lupfig hat für ihre nachhaltige Standortentwicklung das Schweizer Sprichwort beim Schopf gepackt: „Liefere statt lafere!“
Über den Sommer durften unsere Energieingenieure Gregor Zadori und Elia Stieger eine Konzeptstudie zur zukünftigen Wärmeversorgung der Antalis AG durchführen. Besondere Beachtung verdienen dabei die gesetzlichen Rahmenbedingungen, denn die Zielvereinbarung der Antalis AG mit Bund und Kanton muss erneuert werden.
Dadurch setzt die Antalis AG mit der Energie-Agentur der Wirtschaft / Agence de l’énergie pour l’économie als Partnerin ein wichtiges und weitreichendes Zeichen zur Energieeffizienz: Jede eingesparte Kilowattstunde trägt zur Zielerfüllung der Schweizer Klimastrategie bei.
Die Antalis AG versorgt neben Lagerhallen, Büroarbeitsplätzen und Mensa auch Wohnungen mit Heizwärme und Warmwasser. Die zukünftige Wärmeversorgung muss diese Bedürfnisse decken und einen möglichen Ausbau der bestehenden PV-Anlage mitberücksichtigen.
„Je mehr Solar, desto besser“ führt – die Branchenkenner wissen’s – selten zur optimalen Lösung. Gerade im Hinblick auf verschiedene Wärmequellen kann eine suboptimale Anlagendimensionierung empfindlich ins Geld gehen. Zuletzt stand die Frage im Raum, wann und wie das bestehende Heizsystem am sinnvollsten zu ersetzen sei, denn auch optimal gewartete Anlagen erreichen eines Tages das Lebensende.
Tipp #1: Planen Sie frühzeitig und vermeiden Sie Engpässe – die Antalis AG macht es löblich vor.
Ein Blick ins aGIS (öffentl. Geoinformationssystem des Kantons Aargau) offenbart: Erdwärmesonden sind nicht zugelassen. Grundwasser ist jedoch vorhanden. Somit wurde der Technologiewechsel auf zwei Wärmepumpensysteme geprüft: Grundwasser sowie Luft/Wasser.
Während die Grundwasser-Wärmepumpe mit höheren Effizienzgraden überzeugt, bietet die Luft/Wasser-Wärmepumpe zusätzliche Sicherheit, falls die Grundwassermächtigkeit nicht ausreichend wäre.
Tipp #2: Suchen Sie das Gespräch mit dem Geologen Ihres Vertrauens.
Zusätzlich wurden zwei Fernwärmevarianten untersucht: die klassische Fernwärme sowie die sogenannte „kalte Fernwärme“, welche wiederum einer Wasser-Wärmepumpe als Quelle dienen könnte und die Effizienz weiter verbessert.
„Ok, schön, aber was ist, wenn das neue System ausfällt?“ Selbstverständlich wurde auch an die Betriebssicherheit gedacht. Unabhängig vom gewählten System steht ein redundantes Heizsystem bereit, das anhand des tatsächlichen Verbrauchs redimensioniert werden konnte.
Dies spart nicht nur Investitions-, sondern vor allem Energie- und Betriebskosten, die bei einer Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren der primäre Kostentreiber sind.
Projektresultate in Zahlen
- Redimensionierung der bedarfsgerechten Heizleistung: −25 %
- Prognostizierter Effizienzgewinn: +10–15 %
- Optimale Dimensionierung des zukünftigen PV-Ausbaus: 380 kWp
- Wärmegestehungskosten einer nachhaltigen Wärmeversorgung: < 20 Rp./kWh*
- Fördergelder Siegervariante: mind. CHF 150’000**
Gregor Zadori und Elia Stieger der DM Energieberatung AG bedanken sich bei der Antalis AG für das spannende Projekt und stehen nachhaltig zur Verfügung – als EnAW-Moderatoren oder Fachpersonen in Ihrem Auftrag.
* Die Siegervariante weist über die gesamte Lebensdauer tiefere Gestehungskosten als das Referenzszenario „Weiter wie bisher“ aus.
** Abhängig von Umsetzungszeitpunkt, gesetzlichen Entwicklungen und weiteren Rahmenbedingungen.
Tipp #3: Wir beraten Sie gerne zu Fördergeldern.
Titelbild: © Aargauer Zeitung